Tipp des Monats

 Symbolbild Zimt (Cassia-Zimt)

Zimt(rinden)öl

Cinnamomum verum J.Presl
Volksnamen: Ceylon-Zimt, Echter Zimt
Syn.: Cinnamomum ceylanicum  

„Keine Speise wird gar und kein Brot wird gebacken ohne Feuer,
und doch will der Mensch reif werden ohne Leid.“
(chines. Sprichwort)

Schon vor 4000 Jahren war Zimt ein wichtiges Handelsgut zwischen dem Fernen Osten und Ägypten. Die Rinde des Zimtbaumes war und ist ein begehrtes Gewürz – nicht nur in der indischen und arabischen Küche sondern auch bei uns. Der Zimtduft erinnert uns an Weihnachten, Gemütlichkeit bei Kerzenschein und Wärme. Ätherisches Zimtöl wird gerne in der Parfum- aber auch Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Cola-Getränke) eingesetzt.

Zimt kann überall eingesetzt werden, wo erwärmt, durchblutet und aktiviert werden soll – im körperlichen wie auch psychischen Sinn. Allerdings kann Zimtöl auf der Haut reizend wirken (v.a. in Verbindung mit warmem Wasser) und sollte daher nur sehr gering dosiert werden und auf unempfindliche Hautstellen stark verdünnt aufgetragen werden.

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Wenn man Zimtrindenöl stark verdünnt (1%ig) UND mit d-Limonen-hältigen Ölen (Limonen wirkt als Puffer) mischt, ist es auf der Haut der meisten Menschen gut verträglich. Zitrusöle mit hohem Limonengehalt: Zitrone (ca. 64%), Mandarine (bis 94%), Orange (etwa 80%), Grapefruit (bis 98% Limonen).

Zimt bei Diabetes, Asthma, Alzheimer und zu hohen Cholesterinwerten

Studien zufolge ist es möglich, mit Zimt den Blutzucker- und Fettstoffwechsel zu regulieren.

  • Die im Zimt enthaltene Substanz MHCP (Methylhydroxy-Chalzone-Polymer) hat einen positiven Einfluss auf die Insulinaufnahme der Zellen.
  • Zimt wirkt antihistaminisch und kann bei Immunstörungen der Atemwege eingesetzt werden (z.B. Asthma und allergische Rhinitis)
  • Zimtaldehyd (ein Bestandteil des ätherischen Öls) hat ein großes Potential zur Behandlung und Prävention von Morbus Alzheimer bzw. Demenzerkrankungen.
  • Zimtanwendungen können die Triglyceride im Blut und die Gesamtcholesterinkonzentration reduzieren.

Studien dazu:

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Wichtig bei der oralen Einnahme von gemahlenem Zimt ist, dass Sie keine Daueranwendung machen, sondern nur kurmäßige Anwendungen unter ärztlicher Aufsicht durchführen (z.B. 3-8 Wochen), da es bei einer längern Einnahme hepatotoxisch (schädigend auf die Leber) wirken kann. Das ätherische Zimtöl sollte in keinem Fall eingenommen werden (hochkonzentrierte Substanz).

Botanik, Gewinnung & Inhaltsstoffe

Von den geschätzten 275 verschiedenen Zimtbaumarten, die zur Pflanzenfamilie der Lorbeergewächse (Lauraceae) zählen (wie z.B. auch der Kampfer-Baum, Litsea-Cubeba, Rosenholz) werden etwa fünf zur Zimtgewinnung herangezogen, wobei der Ceylon-Zimtbaum der bekannteste ist. Ätherische Öle werden sowohl aus den Blättern wie auch aus der Rinde mit Hilfe der Wasserdampfdestillation gewonnen. Beide Öle haben aber eine andere Zusammensetzung der Inhaltsstoffe..

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Der meist preisgünstigere Cassiazimt (auch Chinesischer Zimt, Cinnamomum aromaticum) wird gerne in Fertigprodukten eingesetzt und aufgrund des hohen Cumaringehalts als gesundheitsschädlich diskutiert. Cassiazimt enthält ca. 2g Cumarin/kg, Ceylon-Zimt hingegen nur 0,02g/kg (Quelle: https://phytotherapie-seminare.ch/zimt-cumarin-ceylon-zimt-unproblematischer-als-cassia-zimt/).

Zimtrindenöl:
Sein Duft ist feiner und wird vorwiegend durch den Inhaltsstoff Zimtaldehyd (ca. 55-75%) geprägt. Der Eugenolgehalt beträgt bis zu 10%. Der hohe Zimtaldehyd-Anteil kann sehr aggressiv auf der Haut und Schleimhaut wirken, daher ist bei der körperlichen Anwendung dieses Öls Vorsicht geboten! Britische Aromatherapeuten (IFA) verwenden dieses Öl gar nicht (E. Zimmermann). Erfahrungen haben aber gezeigt, dass 2 bis 4 Tropfen in einer 1%igen Körperölmischung keine Probleme ergeben, sondern sogar hochwirksame Mischungen hergestellt werden können (vgl. M. Werner/R. von Braunschweig). Beim Einsatz in der Aromaküche besteht bei normaler Anwendung keine Gefahr.

Zimtblätteröl:
Für die Gewinnung dieses Öls benötigt man wesentlich weniger Pflanzenmaterial, weswegen es auch preisgünstiger angeboten wird. Der Hauptinhaltsstoff ist Eugenol (ca. 80%), gefolgt von aromatischen Estern (10%) und Sesquiterpenen (ca. 6%). Das aggressive Zimtaldehyd macht mit etwa 3% nur einen geringen Anteil aus. Somit ist dieses Öl auf der Haut besser verträglich als Zimtrindenöl. Dennoch sollte es bei äußerlicher Anwendung nur sehr gering dosiert (max. 0,5%) werden.

Kontraindikationen und Vorsichtsgebote bei Zimtölanwendungen:

  • Keine Daueranwendung
  • Nicht bei empfindlicher Haut
  • Nicht für Kinder unter 10 Jahren (perkutan, oral)
  • Nicht während der Schwangerschaft (nur zur Geburtseinleitung)
  • Nicht bei gleichzeitiger Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten (Eugenol verlangsamt lt. Franchomme und Pénoel 1990 die Aktivität der Thrombozyten)
  • Nicht bei Blutgerinnungsstörungen

Einsatzgebiete und Anwendungstipps (gtt.=Tr.)

Raumbeduftung:
In erster Linie empfiehlt sich die Anwendung vom Zimtöl über die Duftlampe oder andere Raumbeduftungsgeräte (egal ob Zimtrinden- oder Zimtblätteröl) in Kombination mit Zitrusölen und Blütendüften (z.B. 1 gtt. Zimt, 1 gtt YlangYlang, 1 gtt. Gewürznelke, 5 gtt. Orange süß bio).

Riechstift/Inhalationsstift „Nase frei“
6 gtt. Litsea Cubeba oder Fenchel süß
4 gtt. Cajeput
2 gtt. Zimtrinde

Raumspray „süße Träume“
30 gtt. Mandarine rot bio
20 gtt. Lavendel
7 gtt. Vanille Extrakt (in Alkohol)
3 gtt. Zimtrindenöl
in 20 ml 70%igen Bioethanol mischen und mit
70 ml Orangenblütenhydrolat auffüllen
Achtung: nicht in die Augen sprühen und vor Gebrauch immer gut schütteln (Öle schwimmen auf)

Aromaküche / Würzöl
500 ml Sesamöl
1 gtt. Zimtrindenöl
1 gtt. Ingwer Co2
2 gtt. Orange süß bio

Aromabad „Wärme, Sonne, Entspannung“
1/8 lt. Milch mit Honig (oder 1 EL Mandelöl)
3 gtt. Mandarine rot bio
3 gtt. Orange süß bio
1 gtt. Vanille Extrakt (in Alkohol)
(ggf. 1 gtt. Myrte Anden)
1 gtt. Zimtrinde
Hinweis: nicht für Babys und Kleinkinder geeignet! Mischen Sie die Öle zuerst mit der Milch (mit Honig) oder dem fetten Öl und geben Sie die Mischung dann in die fertig eingelassene Badewanne.

Tipp
Das Aromabad können Sie auch als Fußbad nützen. Sollten Sie nach einer Zimtölanwendung (z.B. Bad) Hautrötungen bekommen, dann sprühen Sie am besten Rosenhydrolat (ohne Alkohol) auf die betroffenen Stellen auf. Sollte der Ausschlag nicht innerhalb von 6 Stunden weg sein, konsulidieren Sie bitte eine/n Arzt/Ärztin.

Massageöl zur Erwärmung
100 ml Sesamöl
20 gtt. Mandarine rot bio
10 gtt. Rose in Jojoba (10:90)
10 gtt. Orange süß bio
10 gtt. Lemongrass
7 gtt. Ingwer destilliert
3 gtt. Zimtrinde (oder -blätter)
Achtung: nicht unmittelbar vor Sonnenbädern und Solariumsbesuchen anwenden (erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut)

Begriffserklärungen:
>> Aromatherapie
>> Aromapflege
>> Phytotherapie

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RAUHNACHTSPERLEN – für den Neubeginn in dir

Neues Jahr, neues Glück: unsere Rauhnachtsperlen sind das perfekte Neujahrsgeschenk! Diese aromuli treffen fast alle Geschmäcker – ihr fruchtig süßer Geschmack lässt uns mit den bitteren Seiten des Lebens leichter abschließen und weckt Lust auf Lebensfreude und Genuss. Außerdem kann man diese aromuli sehr gut einsetzen, um Neujahrsvorsätze (wie z.B. mit dem Rauchen aufhören) leichter einhalten zu können. Mehr dazu hier…

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Quellenangaben:

Bücher:

[KÄSER] KÄSER Heike: „Naturkosmetische Rohstoffe“ – 2. aktualisierte Auflage Verlag Freya, Linz, 2011, S. 137, 138, 139
[KARNER] KARNER Ingrid, KRUPALIJA Tina: „Die Kraft der wertvollsten Pflanzenöle“ Kneipp-Verlag, Wien 2014
[KRIST] KRIST Sabine, BUCHBAUER Gerhard, KLAUSBERGER Carina: „Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle“ Springer-Verlag, Wien, 2008
[ROTH] ROTH Frank, KORMANN Kurt: „Ölpflanzen – Pflanzenöle“, Ecomed-Verlag, Landsberg am Lech, 2000, S. 48, 49
[ULMER] ULMER Günter Albert: „Heilende Öle“ Günter Albert Ulmer Verlag, Tuningen, 1996, S. 59
[MARTINETZ] MARTINETZ Dieter, HARTWIG Roland: „Taschenbuch der Riechstoffe“ – 1. Auflage, Verlag Harri Deutsch, Thun und Frankfurt am Main, 1998
[WABNER] WABNER Dieter, BEIER Christiane: „Aromatherapie“ – 1. Auflage,  Elsevir GmbH, München, 2009
[WERNER] WERNER Monika, VON BRAUNSCHWEIG Ruth: „Praxis Aromatherapie“ Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, 2014, S. 242-245
[ZIMMERMANN1] ZIMMERMANN Eliane: „Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“ – 6. aktualisierte Auflage Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, 2018
[ZIMMERMANN2] ZIMMERMANN Eliane: Aromatherapie – Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle“ Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München, 2008

Internet:
www.pubmed.com (Suchwort:cinnamomum zeylanicum essential oil)
Khan, A. et al. (2003): Cinnamon improves glucose and lipids of people with type 2 diabetes, Diabetes Care
Davis, PA et al. (2011): Cinnamon intake lowers fasting blood glucose: meta-analysis.
Kandhare, AD et al. (2017): Ameliorative effects of type-A procyanidins polyphenols from cinnamon bark in compound 48/80-induced mast cell degranulation.
Momatz, S. et al. (2018): Cinnamon, a promising prospect towards Alzheimer’s disease.
Maierean, SM et al. (2017): The effects of cinnamon supplementation on blood lipid concentrations: A systematic review and meta-analysis.

Anmerkung: Die Angaben stellen Zusammenfassungen aus eigenen Erfahrungen und Informationen aus den genannten Quellen dar. Die auf der Website zusammengefassten Informationen können den Besuch beim Arzt, Apotheker, Therapeuten oder Lebens- und Sozialberater NICHT ersetzen. Eine Diagnose und individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden! Die ätherischen Öle können/sollen begleitend zur Verbesserung des Wohlbefindens eingesetzt werden, sofern die Vorsichtsgebote, die Kontraindikationen, die entsprechende Ölqualität (naturrein und kbA/bio) sowie die richtige Dosierung bzw. Anwendung eingehalten wird!