Tipp des Monats

Majoran

Origanum majorana L.
Volksnamen: Gartenmajoran, Süßer Majoran, Gartendost, Bratenkräutel, Wurstkraut, Pflänzchen Wohlgemuth, Mairan, Maigram, Maggiorana 

„Entspannung fängt dort an, wo der Wille entsteht,
die Einheit zu spüren und die Klarheit etwas verändern zu wollen.“
(Wilma Eudenbach)

Dieses beliebte Küchengewürz gehört zu den ältesten Kulturpflanzen, stammt aus Kleinasien und wurde bereits 1000 v. Chr. in Ägypten angebaut. Majoran gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und wächst fast überall in Europa. Er benötigt warmes Klima, um das typische Aroma zu entfalten. Getrocknet verliert es – wie so viele andere Kräuter – erheblich an Wert. Hauptsächlich wird es zum Würzen von (fetten) Fleischspeisen eingesetzt, passt aber auch hervorragend zu Kartoffelgerichten.

Das ätherische Öl wird in der Aromapflege vor allem bei Krämpfen und Verspannungen – sowohl im physischen wie auch psychischen (Anspannung) Bereich eingesetzt. Es vermag die Nerven zu beruhigen und den Blutdruck zu senken. Somit ist es zum Klassiker in der Aromapflege bei Herz-, Kreislauf-, Verdauungs-, Menstruations-, Angst- und Schlafstörungen geworden und aus der Aromaapotheke nicht mehr wegzudenken. Da Majoranöl stark auf den Parasympathikus wirkt, kann damit z.B. bei Massagen sehr schnell ein Gefühl der tiefen Entspannung ausgelöst werden.

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Bei häufigen Migräneanfällen hat es sich bewährt, über einen Zeitraum von etwa drei Monaten 1 bis 2 Mal pro Woche einen Majoranöl-Wellnessdrink (1 Tropfen ätherisches Majoranöl vermischt mit 1 TL Honig und dann aufgelöst in ¼ lt. lauwarmes Wasser) zu trinken, um Migräneattacken vorzubeugen.

Studie mit Origanum majorana

Eine Studie aus 2019 von Makrane et al. „Myorelaxant Activity of essential oil from Origanum majorana L. on rat and rabbit“ zeigt auf, dass das ätherische Öl von Origanum majorana L. einen entspannenden Effekt auf den Darm hat. Das bestätigt wieder einmal die traditionelle Anwendung von Origanum majorana L. zur Behandlung krampfartiger Bauchschmerzen.

Botanik, Gewinnung & Inhaltsstoffe

Majoran gehört zur Pflanzenfamilie der Lamiaceae (Lippenblütler/ Taubnesselgewächse) und wird mittels Wasserdampfdestillation aus dem (blühenden) Kraut gewonnen.

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Majoran ist nicht winterhart. Sie erkennen den Unterschied zwischen Majoran (Origanum majorana) und Oregano (Origanum vulgare) an den Blättern: Majoranblätter sind abgerundet, Oreganoblätter sind spitz. 

MajoranOregano
Origanum majoranaOriganum vulgare
ca. 40% Monoterpene, 38% Monoterpenole, 8% Ester u.v.m.ca. 25% Monoterpene, 10% Monoterpenole, 70% Phenole u.v.m.
parasympathikoton, blutdrucksenkend, spasmolytischanalgetisch, blutdrucksenkend u.v.m.antibakteriell, antimykotisch, antiparasitisch, hyperämisierend, blutdrucksteigernd u.v.m.
Bei fachgerechter Anwendung sind keine bekannt. Nicht allzu lange haltbar.stark haut- und schleimhautreizend, hepatotoxisch bei  Langzeitanwendung, nicht bei hohem Blutdruck, nicht für Schwangere, Babys und Kleinkinder

 

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Majoranöl ist aufgrund der Inhaltsstoffzusammensetzung die europäische Alternative zu Teebaumöl!

MajoranölTeebaumölOreganoöl

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Bitte verwechseln Sie das ätherische Öl von Origanum majorana auch nicht mit dem des „Spanischen Majoran“! „Spanischer Majoran“ ist eine Thymiansorte (Thymus mastichina) und enthält bis zu 75% Cineol (Eucalyptol) und ist somit für Kinder und AsthmatikerInnen nicht geeignet! Ätherisches Majoranöl ist biochemisch gesehen vergleichbar mit ätherischem Teebaumöl und kann daher ähnlich wie dieses eingesetzt werden. Vorteil: Majoran wächst in Europa – daher sind die Transportwege kürzer.

Aus Majorankraut wird auch ein CO2-Extrakt hergestellt. Dieser ist sehr intensiv, duftet um ein Vielfaches stärker nach frischem Majoran als das destillierte Öl und wird daher sehr gerne in der Aromaküche eingesetzt. Beachten Sie aber, dass Sie nur einen „Hauch“ davon benötigen, um Ihre Speisen zu würzen! Ein Tropfen kann oft schon viel zu viel des Guten sein! In der körperlichen Anwendung (Massageöl, Aromabad etc.) ist das destillierte Öl zu bevorzugen.

Einsatzgebiete von Majoranöl

  • Angst
  • Arthrose
  • Hohem Blutdruck
  • Bronchitis
  • Burn-out-Syndrom
  • Distress und neurovegetative Dystonien
  • Epilepsie
  • Gelenksschmerzen
  • Herzrasen
  • Kreislaufbeschwerden
  • Migräne
  • Nervosität
  • Nervenentzündungen
  • Menstruationsschmerzen
  • Morbus Parkinson
  • rheumatische Erkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen allgemein
  • spastische Atemwegserkrankungen
  • Verdauungsstörungen
  • usw.

Infos aus meinem Paten-Kräuterbuch aus 1745

…das aus den Blättern gebrannte Wasser und die Conserv von den Blumen ist nützlich zu den kalten und feuchten Gebrechen des Haupts, und vor die Flüsse, stärckt das Herz, erwärmt den Magen und die Mutter. Das Wasser treibt auch den Harn, Stein, und Frauenblum, und stillet den weissen Fluss: euserlich dienet es vor die verlegene Sprache (im Munde gehalten), Flüsse, Schnuppen, Schwachheit des Haupts, Gehirns und Gedächtnis (in die Nasen gezogen, oder auf den Wirbel gestrichen). …. Das destillierte Oel erwärmt, trocknet, macht dünn, zertheilt, stärckt das Haupt, und hilft in Schwachheit und Ohnmachten, und wird auch vor ein Geheimnis in schwere Geburt gehalten, so man es mit Haasenfett und wenig Biesen vermischt. Der Balsam und die Butter auf die Nasen geschmieret, machen im Schnuppen Lufft. … Das Extractum wird im verlohrnen Geruch gelobt, wie auch Salz und der Balsam…

Anwendungstipps (gtt.=Tr.)

Raumbeduftung: Thema „Entspannung pur“:
5 gtt. Orange süß bio
1 gtt. Majoran
1 gtt. Jasmin in Jojoba (10:90)
1 gtt. Vetiver

Aromabad „Nervenruh“ (auch bei Schlafstörungen):
6 gtt. Mandarine rot bio
2 gtt. Majoran
2 gtt. Kamille römisch 10:90 in Jojoba
2 gtt. Vetiver oder Atlas Zeder oder YlangYlang
in 1/8lt. Milch oder 1 EL Mandelöl mischen und dann in die Wanne geben

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Sie können das Aromabad auch als Fußbad einsetzen (gleiche Dosierung).

Entspannendes Massageöl (auch bei Menstruationsbeschwerden):
20 ml Johanniskrautöl
1 gtt. Majoran
1 gtt. Lavendel
4 gtt. Kamille römisch in Jojoba (10:90)
2 gtt. Benzoe siam
6 gtt. Mandarine rot

„Bäuchleinöl“ (auch für kleine Kinder, Schwangere bei vorzeitigen Wehen und bei Menstruationsschmerzen):
10 ml Mandelöll
2 gtt. Majoran
2 gtt. Mandarine rot
2 gtt. Lavendel
1 gtt. Sandelholz

Begriffserklärungen:
>> Aromatherapie
>> Aromapflege
>> Phytotherapie

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ABKÜHLUNG – „anti-schwitz-Zuckerl“

Neben einer kühlenden Raumbeduftung mit Zitronen-, Ho-Blätter und Salbei-Öl kann man sich auch mit aromuli helfen (v.a. unterwegs, im Urlaub, in der Arbeit oder auch zu Hause). Besonders zu empfehlen ist im Sommer also der Genuss von aromuli-KUSSBEREIT mit Salbeiöl. Anwendungstipp: mind. 5x täglich 3-6 Stk im Mund zergehen lassen.  Tipp: Salbei wird traditionell bei Hitzewallungen (auch wechselbedingt) eingesetzt.

 

Quellenangaben:

Bücher:

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Internet:
www.pubmed.com (Suchwort: majoran essential oil)

Anmerkung: Die Angaben stellen Zusammenfassungen aus eigenen Erfahrungen und Informationen aus den genannten Quellen dar. Die auf der Website zusammengefassten Informationen können den Besuch beim Arzt, Apotheker, Therapeuten oder Lebens- und Sozialberater NICHT ersetzen. Eine Diagnose und individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden! Die ätherischen Öle können/sollen begleitend zur Verbesserung des Wohlbefindens eingesetzt werden, sofern die Vorsichtsgebote, die Kontraindikationen, die entsprechende Ölqualität (naturrein und kbA/bio) sowie die richtige Dosierung bzw. Anwendung eingehalten wird!