Tipp des Monats

Rosmarinöl ct. Cineol

Salvia Rosmarinus Spenn.
Volksnamen: Marokkanischer Rosmarin, Weihrauchkraut, Hochzeitsblümchen, Meerestau, Antonskraut, Old Man 

„Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann,
dann ist es der Glaube an die eigene Kraft.“
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Tipp
Rosmarin wurde von der VAGA-Vereinigung für Aromapflege und gewerbliche Aromapraktiker*innen zur Duftpflanze des Jahres 2020 gekürt. Infos zum 6. Aromakongress finden Sie hier… (Early-Bird-Preise bei Anmeldung bis 31.01.2020).

Rosmarin verdankt seinen Namen den Römern („ros maris“ = Meerestau, auch „Meeresbrise“), die glaubten, dass der Tau sich nachts auf den Pflanzen niederschlägt und den würzigen Duft hervorruft.

Seit Jahrtausenden wird Rosmarin als Heilmittel und „magisches Kraut“ eingesetzt – hier einige Beispiele:

  • Rosmarinzweige als Grabbeigaben in Pharaonengräbern
  • bei den Griechen wurden Rosmarinzweige anstelle von Weihrauch zu Ehren der Göttin Aphrodite verbrannt
  • die Römer schmückten Götterstatuen mit Rosmarinzweigen und flochten Siegerkränze für die Gladiatoren
  • Benediktinermönche brachten ihn im Mittelalter über die Alpen nach Deutschland; zu dieser Zeit wurde seine desinfizierende Wirkung entdeckt und Krankenstuben wurden damit ausgeräuchert
  • Ärzte setzten u.a. Rosmarin zum Schutz vor Ansteckung von Krankheiten (v.a. Pest) und zur Desinfektion der Krankheiten ein.

Heute wird Rosmarin nach wie vor zum Schutz vor bösen Geistern, bei Hochzeiten (im Brautstrauß oder im Kränzchen) und bei Trauerfeiern verwendet. Rosmarin gilt als Symbol für Liebe, Treue und Vergänglichkeit.

In der Aromaküche wird Rosmarin seit jeher zur Aromatisierung von Fleisch und zur Konservierung eingesetzt. Er wirkt stark auf die Leber und soll fette Speisen leichter verdaulich machen.

Tipp
Ätherisches Rosmarinöl ist ein wichtiger Bestandteil von „Franz-Branntwein“ und Eau de Cologne („Kölnischwasser“, „4711“).

Die wärmenden Eigenschaften dieses ätherischen Öls werden vor allem dort geschätzt, wo stärker durchblutet werden soll (Verspannungen, rheumatische Beschwerden aber auch Konzentrationsstörungen). Rosmarin weckt müde Geister – seine aktivierenden Eigenschaften machen es zu dem „Guten Morgen“-Öl schlechthin. Rosmarinöl ist ein wichtiger Bestandteil von Sportmassageölen!

Rosmarin wird auch als „Notfallöl“ verwendet, wenn jemand Kreislaufbeschwerden hat (z.B. bei niedrigem Blutdruck). Affirmation: „ich brauche Kraft, ich fühle mich wie gelähmt“.

Tipp
Rosmarinhydrolat wirkt stark Kreislauf anregend (anstelle von Kaffee), Leber stärkend, Verdauung anregend (v.a. bei fettem Essen), zur Entgiftung, leicht aquaretisch, antioxidativ – Anwendung: auf die Zunge sprühen; weiters empfiehlt es sich zur Pflege  fetter Haut und bei Haarausfall als Haarwasser!

Studien mit Rosmarinöl

Zahlreiche Studien belegen, dass Rosmarinöl bei Pilzinfektionen (gelber Schimmel – „Fluch des Pharao“), Infektionen durch Mikroorganismen (z.B. Leishmaniose) aber auch bei Krebserkrankungen erfolgreich eingesetzt werden kann (z.B. da Silva Bomfim et. al, 2019, Marwa et al., 2017 oder Bouyahya et al., 2017).

Tipp
Links und vertiefende Infos zu dieser und zu weiteren Studien zu Rosmarin- und anderen ätherischen Ölen finden Sie in der aromainfo-Datenbank, einem Experten-Tool für Ärzt*innen und Aromatherapeut*innen.

Hinweis
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Botanik, Gewinnung & Inhaltsstoffe

Der im Mittelmeerraum beheimatete Rosmarin mit seinen nadelförmigen Blättern gehört zur Pflanzenfamilie der Lamiaceae (Lippenblütler). Das ätherische Öl wird mit Hilfe der Wasserdampfdestillation gewonnen. Als Nebenprodukt bei der Destillation entsteht Rosmarinhydrolat, das u.a. wasserlösliche Wirkstoffe enthält.

Rosmarin passt sich an unterschiedliche ökologische Bedingungen an und bildet dabei jeweils andere Chemotypen (ct.) aus. Das bedeutet, dass Salvia rosmarinus (also eine Sorteunterschiedliche Aromen und Eigenschaften je nach Region, Klima, Boden, Höhenlage, Sonneneinstrahlung etc. bildet. Hier die bekanntesten:

1. Rosmarin ct. 1,8-Cineol („Marokkanischer Rosmarin“)

  • Hauptinhaltsstoff: 40-55% 1,8-Cineol (Eucalyptol)
  • Wirkungen: mukolytisch, stark expektorativ, antibakteriell und fungizid (insbes. Candida albicans), durchblutungsfördernd und konzentrationssteigernd, choleretisch (reguliert die Leberfunktion)
  • vergleichbar mit Eucalyptus globulus und Ravintsara (Cinnamomum camphora ct. 1,8-Cineol)
  • Vorsicht: nicht für Kinder unter 6 Jahren, in der Schwangerschaft nur unter fachlicher Aufsicht

2. Rosmarin ct. Borneon („Spanischer Rosmarin“)

  • Hauptinhaltsstoff: bis zu 30% Borneon (Kampfer)
  • Wirkungen: stimuliert Kreislauf, wirkt mukolytisch, durchblutungsfördernd, analgetisch (schmerzlindernd), leicht aquaretisch und ist menstruationsfördernd (nicht hormonell)
  • vergleichbar mit Lavandula latifolia (Speiklavendel)
  • Einsatz v.a. bei Unruhe, Nervosität, Multiple Sklerose, Hepatitis etc.
  • Vorsicht: nicht für Kinder unter 10 Jahren, sehr alten/gebrechlichen Menschen! In der Schwangerschaft ist es kontraindiziert (hoher Ketongehalt – Borneon!); nicht geeignet für Epileptiker*innen!

3. Rosmarin ct. Verbenon/Bornylacetat (ABV) („Korsischer Rosmarin“)

  • Hauptinhaltsstoffe: enthält bis zu 6,2% des Ketons Verbenon, ca. 6% Borneon und 11% Bornylacetat – somit ist es der „sanfteste“ Rosmarin
  • Wirkungen:mukolytisch, stark expektorativ, spasmolytisch aber auch hormon- bzw. pheromonartig, regeneriert vernarbtes Gewebe und beeinflusst das endokrine System positiv
  • das Öl ist nur sehr selten erhältlich
  • Vorsicht: in der Schwangerschaft nur unter fachlicher Aufsicht, nicht für Kinder unter 6 Jahren geeignet

Infos aus meinem Paten-Kräuterbuch aus 1745

  • Allgemein zum Kraut:
    „…Stärcken das Haupt, die Mutter und das Herz, und dienen gegen die Gebrechen des Hapts, der Nerven und des Hirns, vor die Flüsse, blöde Gesicht, Schwindel, Schlaffsucht, Schlag, fallende Sucht, Lähme, Taubheit, stinckenden Athem, Verstopffung der Leber, Milz, und Mutter, Gelbe Sucht, bleiche Farbe der Frauen und Jungfrauen, weissen Weiberfluss, Aufsteigen der Mutter, verhaltene Monatblum…. Unfruchtbarkeit, Unreinigkeit des Geblüts, Heiserkeit,… Aufblähungen, Bauchgrimmen, Stein und Gicht (mit Vini destilliert und getruncken). Euserlich sind sie gut gegen die Flüsse, Pest (damit geräuchert), Zahnweh (mit Mundwasser), Unsauberkeit der Ohren und blöde Gehör (den Saft davon mit Rotem Öl und Sapone Gallico vermischt und aufgelegt), Wunden, Krebs und Fisteln (in Wein gesotten und daraus gewaschen). Die Asche davon dient als Zahnpulver gegen die seorbutische Mundfäule und Schwärze der Zähne….“
  • Zum Hydrolat: „…Das aus dem ganzen Gewächse gebrannte Wasser wird gegen den Schwindel und Schwachheit des Haupts, auf das Genick und die Schläfe warm aufgerieben, vertreibt auch die Blödigkeit der Augen, Morgens und abends eingetröpffelt. Der Spiritus gebraucht, erneuert die Kräffte, schärfft die Nerven, verlängert das Leben und dienet inn- und euserlich in Podagra….“
  • Zum ätherischen Öl: „…Das destillierte Oel erwärmt, trocknet, dienet der Mutter und dem Haupt, und wider die Fieber und Lähme der Zungen (c. rot, diambrae & dicastorei), der daraus gemachte Balsam widersteht dem Schwindel, Schlag, und Pest….“

Anwendungstipps (gtt.=Tr.)

Raumbeduftung
Gerade bei Erkältungssymptomen oder Müdigkeit ist Rosmarin – jeder Chemotyp (beachten Sie bitte die Kontraindikationen/ Vorsichtsgebote) zur Raumbeduftung (z.B. mit Hilfe der Duftlampe) sehr gut geeignet. Um den Duft ein wenig abzurunden, können Sie ihn beispielsweise mit Zitrusölen mischen. Mischverhältnis: 1:3 (1 Tr. Rosmarin : 3 Tr. Zitrone).

Sportmassageöl (auch bei Tennisarm, „Mausschulter“ und Muskelkater)
5 gtt. Rosmarin ct. Borneon oder ct. Cineol
5 gtt. Zypresse
5 gtt. Lemongras
5 gtt. Mandarine rot bio
10 gtt. Wacholderbeere
mischen und dann mit 50 ml Johanniskrautöl (oder Mohnblütenmazerat) auffüllen

Regenerations- und Stärkungsbad 
1/8 lt. Milch mit Honig (oder 1 EL Mandelöl)
1 gtt. Vetiver
1 gtt. Weihrauch
2 gtt. Rosmarin ct. 1,8-Cineol oder ct. Borneon
1 gtt. Lorbeerblätter
1 gtt. Lemongras
6 gtt. Wacholderbeere
Hinweis: Dieses Bad ist nicht für Epileptiker*innen, Schwangere und Kinder unter 8 Jahren empfohlen! Mischen Sie die Öle zuerst mit der Milch (mit Honig) oder dem fetten Öl und geben Sie die Mischung dann in die fertig eingelassene Badewanne. Tipp: dieses Bad kann auch als Erkältungsbad eingesetzt werden.

Aromabad „Gib mir Kraft“ (auch bei niedrigem Blutdruck empfohlen)
1/8 lt. Milch mit Honig (oder 1 EL Mandelöl)
2 gtt. Atlas Zeder
2 gtt. Rosmarin ct. Borneon
2 gtt. Ravintsara
6 gtt. Litsea Cubeba
Hinweisdieses Bad ist nicht für Epileptiker*innen, AsthmatikerI*innen, Schwangere und Kinder unter 8 Jahren empfohlen! Mischen Sie die Öle zuerst mit der Milch (mit Honig) oder dem fetten Öl und geben Sie die Mischung dann in die fertig eingelassene Badewanne.

Tipp
Die Aromabäder können auch als Fußbad eingesetzt werden. 

Riechstift „Erkältung adé“
6 gtt. Rosmarin ct. Cineol
2 gtt. Niaouli
2 gtt. Atlas Zeder
2 gtt. Zypresse

Begriffserklärungen:
>> Aromatherapie
>> Aromapflege
>> Phytotherapie

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aromuli des Monats

„Neues Jahr – neues Glück – neue Vorsätze
Den „inneren Schweinehund“ mit Hilfe der Rauhnachtsperlen besiegen.“

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Anwendungstipps & mehr finden  Sie in der Produktbeschreibung bei den jeweiligen aromuli.

Quellenangaben:

Bücher:

Bitte klicken Sie hier… um zu den Literaturquellen zu gelangen.

Internet:
www.pubmed.com (Suchwort: rosmarinus essential oil)

Anmerkung: Die Angaben stellen Zusammenfassungen aus eigenen Erfahrungen und Informationen aus den genannten Quellen dar. Die auf der Website zusammengefassten Informationen können den Besuch beim Arzt, Apotheker, Therapeuten oder Lebens- und Sozialberater NICHT ersetzen. Eine Diagnose und individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden! Die ätherischen Öle können/sollen begleitend zur Verbesserung des Wohlbefindens eingesetzt werden, sofern die Vorsichtsgebote, die Kontraindikationen, die entsprechende Ölqualität (naturrein und kbA/bio) sowie die richtige Dosierung bzw. Anwendung eingehalten wird!